Umweltschutz


Umweltverschmutzung ist im Wesentlichen kein qualitatives sondern ein quantitatives Problem.

Stellt euch vor, ihr, ein Junge und ein Mädchen, lebt auf einer kleinen Insel. Ihr seid alleine zwischen 50 Krebsen und 10 Bären. Die 50 Krebse verteilen sich regelmässig über das Eiland, die 10 Bären aber meiden euch und wohnen in jenen neun Zehnteln, die ihr nicht beansprucht. Ihr kommt alle aneinander vorbei, nur die Krebse, die ärgern euch etwas, und ihr trampelt alle Jahre einmal auf einen. Aber das macht nichts, denn die Krebspopulation mag diese Art Unfälle verkraften. Weiter stellt euch vor, ihr fühlt euch einsam und zeugt Nachkommen, zehn Stück an der Zahl. Innert kurzer Zeit werden die Kinder flügge und wollen paarweise ein eigenes Fleckchen zum Leben. Somit drängen sich die Bären auf vier Zehnteln zusammen. Konflikte bleiben nicht aus und auch das Dutzend zertrampelter Krebse jedes Jahr kann diese Population nicht mehr ohne weiteres verkraften. Die Bären werden wegen ihrer Aggression gejagt und Krebse sieht man auch keine mehr. Spätestens eine Generation von Menschen später beherrschen bereits kriegerische Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Klans um den letzten Platz auf der kleinen Insel das Bild. Um die Bären, denen die Insel seit Jahrmillionen gehörte, kümmert sich keiner mehr und die Krebse hat jeder schon lange vergessen.

1999 hat die Menschheit die sechs Milliarden Marke überschritten. Gute zehn Prozent dieser Massen leben in anständigen Verhältnissen, verbrauchen sie doch mehr als 70% von allem was produziert wird. Nehmen wir einmal an, diese 10% schraubten ihren Lebensstandard auf die Hälfte zurück. In 20 Jahren werden sich auf dieser blauen Insel 8 Milliarden Menschen drängen, und durch den wirtschaftlichen Aufstieg Asiens angetrieben werden aber weltweit über zwei Milliarden nach diesem (unserem) Lebensstandard greifen. Dies entspricht einem Nettozuwachs des Ressourcenbedarfs um 100%, und das wohlgemerkt, wenn wir auf die Hälfte unseres Lebensstandards zurückgehen, was aber allem Anschein nach niemand bereit sein wird zu tun.

Wer angenommen hat, dass wir, durch unsere technischen Errungenschaften befähigt, unseren Hunger nach Ressourcen in den nächsten Jahren in den Griff bekommen werden, hat sich schwer getäuscht. Wer glaubt, dass wir bereits den Zenit der Zerstörung überschritten haben, dass CO2 Konferenzen und fadenscheinige Ein-Kind Gesetze könnten den Untergang aufhalten, wer glaubt, dass nachdem über 90% aller Urwälder dieses Planeten bereits abgeholzt worden sind, schon jemand dafür sorgen werde, dass die letzten wenigen Quadratmeter gerettet würden, der lebt in einer Phantasiewelt.

Die Menschheit rast ungebremst in den Abgrund und wird dabei alles mitreissen, was sich in hunderten Millionen von Jahren mühselig aus der Ursuppe entwickelt hatte. Dennoch, es wird keinen Knall geben, keinen gigantischen Blitz, keinen Meteor, keine Verdunkelung der Sonne, die alles erfrieren lässt, es wird langsam vor sich gehen, so langsam, dass es die Menschen in ihrer Hast und ihrer Sucht nicht bemerken werden. Wenn ein Frosch in heisses Wasser geworfen wird, springt er sofort wieder hinaus, wenn er aber in kaltes Wasser getaucht wird, das langsam erwärmt wird, dann bleibt er drin bis er gekocht ist.

"Die Wale, die Tiger, die Wölfe, die Bären ausgestorben? Na und? Hauptsache ich bin die Ameisen in meinem Garten und die Mäuse in meinem Keller los. Natur, die es sich erlaubt über den Zaun in meinen gestylten Garten zu wuchern sollte man sowieso abschaffen."

Welchen Rat habe ich für euch Kinder bereit? Wollt ihr in einer toten Welt leben, in der es nur noch öde Acker und Küchenschaben als einzige Übrigbleibsel der einst wilden und schönen Natur gibt? Nicht? Na, dann ...


Meine Forderungen an die Menschheit: