Was ist Erfolg? Zuerst muss jeder, vor allem der jugendliche Mensch, f�r sich selbst definieren, ob er oder sie leben wollen, und wenn ja, ob sie in ihrem Leben Erfolg haben wollen. Bewusst sage ich nicht, ob sie Geld haben wollen, oder woraus sonst Erfolg besteht, denn es geht nur darum, dass sich jeder bewusst ist, dass er Erfolg haben will. Auch darf Erfolg oder das Erreichen von Erfolg nicht gleich gesetzt werden mit dem Lebensziel. Davon sollte einer nur eines haben, und das sollte wom�glich so hoch gesteckt sein, dass es nicht zu erreichen ist, denn wenn es erreicht wird, das Ziel des Lebens, bedeutete es den Abschluss des Lebens. Aber Erfolge kann einer viele haben, Erfolgsziele sollten also so gesteckt werden, dass sie stufenweise zu erklimmen sind. Auch sollte beachtet werden, dass eine gewisse, aber nicht zwangsl�ufig vollst�ndige, Kongruenz zwischen Erfolgszielen und dem Lebensziel besteht. Nicht dass Beide irgendwann diametral auseinander laufen.
Erfolg besteht nun, wenn eines von wom�glich mehreren, vielleicht auch konkurrierenden, Erfolgszielen erreicht worden ist.
War es Gl�ck? Nach meiner Meinung ist Gl�ck nur etwas sehr seltenes. Ein Lottogewinn zum Beispiel ist (falls es nicht Schiebung war) Glück. Ich habe nie etwas gewonnen, wahrscheinlich weil ich mich nie an Wettbewerben beteilige. So etwas wie Gl�ck gibt es also nicht. Wie kommt es aber, dass einige Menschen auch ohne das Erreichen von Erfolgszielen Erfolg haben (was weitl�ufig als Gl�ck bezeichnet wird)? Es gibt Einstellungen im Inneren eines Menschen, die gepaart mit Begabung, automatisch gewisse �ussere Faktoren anziehen und zwangsläufig zum Erfolg führen. Wer hat, dem wir gegeben. Diese alte Weisheit bezieht sich nat�rlich nicht nur auf die finanzielle Situation. Wer lacht, dem wird Lachen geschenkt. Wer Gl�ck hat, dem wird Gl�ck geschenkt. Dennoch, viele Menschen k�nnen sich zu Tode schuften oder hektisch und kopflos durch ihr ganzes Leben rennen, und nie Erfolg haben. Ihnen fehlen wesentliche Komponenten zum Erfolg.
Wer ist erfolgreich? Zum Erfolg geh�ren mehrere Faktoren. Der Wichtigste ist mindestens ein Erfolgsziel vor Augen zu haben. Zielstrebigkeit, Willen, Intelligenz gehören ebenso dazu. Intelligenz geh�rt deswegen zum Erfolg, weil sich Erfolg nicht nur an der Erreichung pers�nlich gesteckter Erfolgsziele misst, sondern auch am gesellschaftlichen Kontext und der Anerkennung der Erfolgsziele durch m�glichst massgebliche oder einflussreiche andere. Erfolg hat also etwas mit Macht zu tun. Und alles was mit Macht Gemeinsamkeiten besitzt, hat nichts mit Gl�ck zu tun. Erfolg ist demzufolge die Befriedigung gesellschaftlicher Anerkennung, die auf der Akzeptanz von Erfolgsnormen basiert, einer gesch�ftsm�ssig definierten Moral, die sich meist am Geld und einer gesellschaftlichen Stellung orentiert.
Das kann es nicht sein. Es mag wohl Menschen geben, die diese Messkriterien f�r bare M�nze nehmen, und Erfolg dem Kontostand gleichsetzen. Danach w�rden (erfolgreiche) Einbrecher, Diebe, Betr�ger, Schwindler, Spekulanten und B�rsenjongleure zu den erfolgreichsten Menschen geh�ren. Ein Mensch, der durch Glück einen Treffer im Lotto oder an der B�rse landet und danach mehr Geld aus seinem Kapital zieht als durch die Aussch�pfung eigener Kr�fte und Begabungen, kann nicht automatisch als erfolgreich gelten. Oder? Erfolg muss etwas mit moralischen Tugenden, mit dem pers�nlichen K�nnen, mit Willen und Talent zu tun haben, etwas was sich immer verifizieren und beurteilen l�sst. Einem Menschen verhilft es nicht, sich mit Verlierern zu umgeben, um aus deren Versagen den eigenen Erfolg zu definieren. Erfolg ist nur im Wettstreit mit anderen erfolgreichen Menschen m�glich, und macht einem talentierten Menschen auch nur dann Spass.