Böse Seiten
Gibt es eine einzige positive Erfindung oder Errungenschaft des Menschen, die nicht ein Anderer in ihr böses Gegenteil verkehrt hätte? Ich weiss es nicht, mir ist keine eingefallen.
- Das Spiel mit den Kernen
Der ist alt, und in meiner Liste nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Jeder überlege sich selber, ob er oder sie ein Hiroshima oder Nagasaki auch bei sich zu Hause erleben möchte. Besonderes Augenmerk gilt es der Entwicklung in Pakistan, Iran und Indien zu schenken. Leute, man muss kein Prophet sein, um dort einen atomaren Schlagabtausch in den nächsten 50 Jahren vorauszusagen. Vor allem die mit dem Islam Verseuchten sind fanatisch genug, um sich mit atomarem Nachdruck Zugang zu wichtigen Rohstoffen und urbarem Land (das, was sie nicht kaputt bomben) zu verschaffen.
Aber auch Energie lässt sich damit nicht besonders gut herstellen. Jedesmal,
wenn ich in die Schweiz zurückkehre, und sich unser Flieger im Sinken auf
Kloten zubewegt, kann ich vor allem im Winter sehr gut die Wolken aus den
Kühltürmen von Mühleberg, Gösgen und Laufenburg sehen. Jedes von diesen AKWs
verdampft mit rund 2 GW Abwärme ständig Unmengen von Wasser aus den begradigten,
zur Abwasserkloaken degenerierten Flüssen. Die ausgebrannten Uranstäbe dann
strahlen entweder gar nicht mehr, so dass sie unter den Hausmüll gemischt
werden können, oder wenn, dann entsorgen wir sie auf der Sonne. Na ja, der
Transport durch die Erdatmosphäre ist auch nicht unproblematisch. Und Tschernobyl
ist nur eine Erfindung der Boulevardpresse.
Ich als Fan von Computern und sonstigen Zukunftstechnologien freue mich schon auf die Kernfusion. Dummerweise glaube ich nicht, dass sich diese Technologie wesentlich von der Kernspaltung unterscheidet. Bei Beiden wird an Atomkernen manipuliert, wobei das Resultat das Selbe bleibt. Ein Haufen radioaktiver Strahlung. Kernfusion hat höchstens den Vorteil, dass keine ausgebrannten Stäbe übrig bleiben, doch das Betriebsrisiko und der toll leuchtende Schutt am Ende des Lebens eines Reaktors ist so ziemlich gleichwertig.
- Das Spiel mit dem Leben
Die moderne Medizin gilt allgemein als Segen für die Menschheit. Dass damit
aber ein wichtiges, von der Evolution etabliertes Gleichgewicht aus der Bahn
geworfen wurde, nämlich die Art Homo Sapiens quantitativ unter Kontrolle zu
halten, ist den Wenigsten klar. Es ist gerade diese Errungenschaft, die durch
wohltätige Organisationen und perverse Spenden in alle Winkel der Welt eingebracht,
das Ende dieses Planeten eingeläutet hat. Wenn den Überlebenswilligen nicht
ganz schnell einfällt, wie sie einen Grossteil der Menschheit wieder loswerden,
ist der ökologische Kollaps im 21. Jahrhundert vorprogrammiert.
Die nächste Stufe sind wir dank der Gentechnologie am Erklimmen. Unwissend, neugierig, wie ein kleines Kind nähern wir uns einer zu einem Eppendorfer verkleinerten Box der Pandora. Ich finde, wenn schon am Programm des Lebens herumgepfuscht werden soll, dann lieber an Organismen, deren Generationenwechsel nur alle dreissig Jahre stattfinden, als solchen, die sich alle 20 Minuten verdoppeln.
Besonders verwerflich sind die Ziele, die damit verfolgt werden. Es geht nicht darum, den Menschen in seiner Bequemlichkeit weiter einzulullen, sondern schlicht weg Profite rauszuschlagen. Nichts gegen Geldmache, aber wenn sich eine Monsanto erdreistet, Saatpflanzen oder Zuchttieren die Fortpflanzugsfähigkeit wegzuklonen, nur damit sie bei jedem neuen Organismus wieder kräftig abkassieren können, geht das eindeutig zu weit.
Ich als Fan von Computern und sonstigen Zukunftstechnologien sehe bereits
eine neue Gattung von Jobs am Horizont keimen, der Genprogrammierer. Die Parallelen
zwischen der DNA und einem Lochstreifen sind frappierend. Die Gensprache ist
bloss eine Abwandlung von RPG oder APL (für die, die das noch kennen), so
dass sich das Heer der bis dann durch sich selbst programmierende Computer
arbeitslos gewordenen Hacker leicht anlernen lässt. Nicht, dass die Natur
perfekt wäre, doch der Mensch wird es immer wieder fertigbringen, ein bereits
bestehendes Chaos noch weiter zu steigern. Die von Microbiosaft (oder wie
sich die Freunde sonst in der Zukunft nennen möchten) werden dann durch die
neue Version von Auge 4.1.8.23a Kompatibilitätsprobleme mit dem Sehnerv-Upgrade
16.7.8.91.8c bekommen, dies aber erst herausfinden, nachdem die Hälfte der
Menschheit erblindet ist. Detail. Der nächste Upgrade der Nervengene behebt
dies wieder, dessen Auslieferung sich aber leider um ein paar Jahre verzögert.
Was soll's. Kaufen werden's die blöden Leute trotzdem.
- Das Spiel mit dem Glauben
Na ja, dieses Thema musste auch kommen.
Kirchväter gehören mit den Politikern und Rechtsanwälten in einen Topf. In einen Kochtopf, der auf über 100 C erhitzt, unsere Welt von diesen Parasiten befreien würde. Dieser Vorgang ist allgemein als Pasteurisieren bekannt, wobei gefährliche Keime abgetötet werden, um einem Lebensmittel wenigstens eine etwas verlängerte Haltbarkeit zu sichern. Im Endeffekt ist es dann aber doch zu wenig.
Die Kirche wurde geschaffen, um den Glauben der Menschen zu kanalisieren,
um sich selbst und den Mächtigen, die sie unterstützen, bedingungslosen Gehorsam
der Gläubigen zu sichern. Die Aufgabe der Kirche ist es, dafür zu sorgen,
dass sich ihre Untertanen mehren und sich möglichst gegenseitig nicht umbringen
(in der eigenen Religionsgruppe natürlich, andere Religionen gilt es selbstverständlich
zu eliminieren). Ihren Untertanen das einzutrichtern und ihren Führern zu
Macht und Ansehen zu verhelfen, darin war und ist das papistische Christentum
und der Islam beispielhaft. Doch die Zeiten haben sich geändert, und in den
Gemeinschaften, in denen der Polizeistaat diese Aufgaben übernommen hat, also
vor allem in den westlichen Industrieländern, hat die Kirche ihre Daseinsberechtigung
verwirkt, und ist demzufolge obsolet.
- Landschaftshygiene
Der Mensch hat schon zielbewusst vor Jahrtausenden angefangen, die Landschaft
um ihn zu verändern. Die Erfindung des Ackerbaus und der Strohhütte waren
nur logische Schritte zur reinen, sauberen, berechenbaren, hygienischen Landschaft,
in der wir alle heute Leben. Vom Menschen unangetastete Gebiete konzentrieren
sich vornehmlich auf Wüsten, seien sie aus Staub, Stein oder Eis. Vom Rest
der Erde hat der Mensch alles ihn störende entfernt, oder ist auf dem besten
Wege diese Utopie zu realisieren. Aller Urwald, alle Schädlinge, alles Unkraut
muss weg. Die Landwirtschaft hat nichts gelernt, und daran können auch die
zaghaften Versuche einiger Biobauern nichts ändern, die Alternativen zu Monsanto's
gentechnischen Herbiziden ausprobieren.
Ich werde ab und zu von meinen Kindern gefragt, ob wir nicht in den Wald spazieren gehen.
"Welchen Wald?" frage ich dann.
"Na den vor unserer Haustüre." erwidern sie einstimmig.
"Das ist kein Wald." belehre ich sie, "Das ist eine Baumplantage."
Das Tal, in dem wir wohnen, war früher ein riesiges Feuchtgebiet, den ein
Bach durchschlängelte. Heute, 150 Jahre nachdem sich hier die ersten Landschaftshygieniker
niederliessen, ist das Tal grösstenteils Landwirtschaftszone, die intensiv
auch dem entsprechend genutzt wird. Die sogenannten Wälder auf den Hügeln
um uns sind säuberlich in Wachstumszonen unterteilt, aus denen regelmässig
von den alle hundert Meter angelegten Waldstrassen Holz geerntet wird. Und
der Bach ist zu einem Schnur geraden Drainagekanal verkommen. Das, meine Lieben,
ist für Europa ein sehr typisches Bild, und nicht nur für Europa.
Von unserem Planeten wird selektiv mit einem immer stärker wachsendem Druck
alles entfernt, was nicht dem Menschen dient. Der unordentliche Urwald muss
weg, und wenn überhaupt, dann wird er nur von mageren, schnell wachsenden,
produktiven, gewinnbringenden Holzplantagen ersetzt. Die Feuchtgebiete müssen
trockengelegt werden, damit Platz entsteht für überdüngte, mit Gift zu einer
Monokultur gepresste Landwirtschaft. Ja selbst unsere Bergwälder müssen Kuhweiden
weichen, Platz für den Menschen schaffen. Dass deswegen ab und zu einmal eine
Lawine ungehindert ins Tal fegt, und dabei ein paar Touristen unter sich begräbt,
erzielt höchstens eine Woche lang Schlagzeilen, und wird schliesslich in die
Humorecke der Akten zu den unvermeidbaren Unfällen gelegt. Ich glaube, im
Fachchinesisch heisst das 'unvorhersehbare Naturkatastrophen'. Und ausser
Klagen um mehr Beherrschbarkeit der Natur wird nichts getan.
Interessante Anmerkung dazu: Ich habe letzthin in einem Christlichen Ratgeber aus den 1950gern geblättert und folgenden Passus entdeckt.
'Über die Überbevölkerung braucht sich der gläubige Christ keine Gedanken zu machen. Schon jetzt wohnen beinahe 2 Milliarden Menschen auf dem Planeten, wobei die Wissenschaft herausgefunden hat, dass bei Rodung sämtlicher Waldgebiete zum Wohle des Menschen, unser Planet bis zu 3 Milliarden Menschen ernähren kann. Gott wird demzufolge dafür sorgen dass sich die Weltbevölkerung zum Ende dieses Jahrhunderts auf eben diesem Niveau einpendelt.'
Die Weisheit der Kirchenväter ist unübertroffen. Leider ist dies eine sehr
verbreitete Meinung, und ich merke, dass ich mich mit meiner Ablehnung diesem
gegenüber selbst völlig ins Abseits dränge. Auf dieser Stufe kann ich nicht
mit Leuten diskutieren, ohne selbst in emotionale Engpässe zu geraten. Mir
scheint, dass die Durchschnittsintelligenz der Menschheit schon weit unter
80 IQ Punkten liegt und ich keinerlei Geduld verspüre, mich mit Individuen
abzugeben, deren IQ nicht mindestens 130 beträgt. Aber da wird die Luft schon
sehr dünn ...
- Aufbruch zu den Sternen
Ich meine, dass ausser dem eher geringen Missbrauch des Militärs mit ihren Spionagesatelliten und das mehr oder minder misslungene Star Wars Programm des DOD, die Raumfahrt eine der Technologien des Menschen ist, die vorläufig noch als positiv gewertet werden kann.
Die Technologie ist so lächerlich schlecht, dass in den nächsten Jahren (oder Jahrhunderten, wenn es denn die Menschheit überhaupt so lange geben sollte) nicht damit zu rechnen ist, dass der Mensch das Universum erobert. Oder auch nur unsere Galaxie. Nicht einmal einen Planeten ausserhalb unseres Sternsystems. Somit ist das Universum bis auf Weiteres vor dem zerstörerischen Zugriff des Menschen sicher.
Die Raumfahrt per se bringt nichts. Das hat sogar die NASA zugegeben. Aber das Geld, das somit sinnlos in den Weltraum geblasen wird, liesse sich sowieso nicht besser verwenden. Es in den Umweltschutz zu stecken interessiert niemanden, denn ein Stück Urwald vor dem Abholzen zu retten ist so Medien-Unwirksam, wie ein Schönheitswettbewerb im Altersheim. Und hungrige Kindermäuler bei uns oder in der dritten Welt damit zu stopfen ist genau so, als würde man die Kakerlaken-Zucht subventionieren. Der Vergleich ist hart, doch Kindern das Wachsen in ein zeugungsfähiges Alter zu ermöglichen, nur damit die nächste Generation zehnmal so viele Kinder weiter unterstützen kann, ist die perversere Vorgehensweise. Die Überbevölkerung hat bereits ein derartiges Ausmass angenommen, dass Unterstützung kinderreicher Familien einem Verbrechen an der Schöpfung an sich gleichkommt.
Nachsatz. Ich bin mir bewusst, dass ich
- wohlbehütet in einer warmen Stube an einem hochwertigen Computer diese
Zeilen schreibe
- in einem Land lebe, das Kriege, Hungersnöte und tödliche Epidemien
weit hinter sich gelassen hat (nun, bis heute jedenfalls)
- nie Hunger leiden musste, nie den Krieg oder die Armut erlebt, nie
auch nur einen Menschen aus der Nähe habe sterben sehen