Manche vertreten vehement die Ansicht, dass nur Besitz und das Recht auf Besitz mit einer uneingeschränkten Privatsphäre die individuelle Freiheit garantieren. Und nur diese persönliche Freiheit garantiert wiederum Demokratie. Motivation auf ein sozial engagiertes und produktives Leben entsteht nur durch Belohnung, und Belohnung ist in einer sozialen Ordnung der Unterschied in etwas Bedeutendem, zum Beispiel im Besitz.
Daraus ergibt sich meiner Meinung nach zwangsläufig, dass Armut ein Grundpfeiler der Demokratie ist. Deswegen kann ein demokratisches System niemals daran interessiert sein (als ob es ein Eigenleben hätte), seine Bürger im Wohlstand baden zu lassen, oder gar die totale Gleichstellung zu garantieren. Menschen arbeiten nur dann, wenn sie durch die Androhung von Armut und Hunger dazu gezwungen werden können. Dies ist in der Natur verankert. Kampf ums Überleben, Kampf um die Fortpflanzung. Ohne diesen Druck liesse sich noch auskommen, doch in einer gesellschaftlichen Ordnung kommt noch ein entscheidender Faktor hinzu, die Nützlichkeit für das Ganze. Und diese lässt sich nur durch Zwang erreichen, sonst zerfällt die Gesellschaft. Und streben nach Macht lässt sich nur in einer 'funktionierenden' Gesellschaft befriedigen. Die Schlussfolgerungen daraus bleiben dem geneigten Leser überlassen.
Natürlich gilt die Umkehrung nicht.
So pervers das klingen mag, aber der Wohlfahrtsstaat züchtet Dummheit.
Was ist Belohnung, und was braucht der menschliche Geist zum Überleben? Wie liessen sich Belohnungs-Schemas in einer nicht monetären Gesellschaft realisieren?
Ich weiss, dass Geld in dieser Zivilisation zum Überleben des Individuums
nötig gemacht wird, aber es ist keineswegs nötig, um der Gesellschaft
ein Überleben zu garantieren. Eher im Gegenteil. Das sehen wir, wenn
wir uns die Welt als Ganzes betrachten.
Ich kann nicht verstehen, wie sich ein Mensch beim Anblick dieser Belanglosigkeit
Namens Geld so weit herablassen kann, seinen Körper oder gar seine
Seele zu verhöckern, dafür die Natur, andere Lebewesen und sogar Seinesgleichen
zu morden, zu unterdrücken und zu foltern.
Das fängt beim einfachen Waldarbeiter oder Bauern an, der für
Geld bereit ist, das letzte Stückchen wilder Natur zu roden, über
diejenigen, die das wissentlich hinnehmen oder gar befehlen um Profite
einzufahren, bis zu denen, die die Augen davor verschliessen und die Güter
vorbehaltlos konsummieren. Erst die letzteren, also wir alle, geben den
ersteren durch die Belohnung des bezahlten Preises die Rechtfertigung
für ihre Zerstörungswut. Wir verkriechen uns in der Anonymität
der Masse und unterstützen auch das Verwerflichste, nur um im Rausch
des Konsums unser verlorenes Glück zu suchen.
So gesehen trägt jeder Mensch einen Teil der Schuld.