Wer meine Meinungen gelesen hat, mag sich fragen, wenn er oder sie denn �berhaupt so weit kamen, welche Moral meinem Alltag zu Grunde liegt. Mit Moral bezeichne ich hier nicht die Macht orientierten Doktrinen, oder die von besessenen Aposteln in Glaubensb�chern eingezw�ngten Gesetze, sondern wesentlich allgemeinere Vorstellungen von Gerechtigkeit und Fairness. Dabei muss zwischen der virtuellen Vorstellung und der realen Handlung unterschieden werden, die in den seltensten Fällen bei Menschen übereinstimmen.
Glaubt nicht, dass mein Verst�ndnis von Gerechtigkeit ein anderes ist, als das der meisten intelligenten Wesen (ich schreibe hier bewusst nicht Menschen). Auch geht mir der Wille nicht ab, meinem Verst�ndnis von Moral entsprechend zu handeln. Viel mehr hege ich ein h�heres Ideal der Einheit und Unber�hrbarkeit des Ganzen, wovon der Mensch nur einen winzigen Bruchteil darstellt.
Ich glaube an eine ideale Gesellschaft, doch ich weiss, dass sie in diesem �konomischen und �kologischen Umfeld, wie es derzeit auf unserem Planeten herrscht, nicht zu verwirklichen ist. So bleibt mir nichts Anderes �brig als der realen Gesellschaft so weit wie möglich der R�cken zu kehren. Ich vermeide gerne Ber�hrungspunkte mit ihr, denn sie geht mich nichts an. Und deswegen ist es auch legitim sie auszunutzen oder sich an ihrem Unverm�gen zu erg�tzen. Diskussionen mit ihr oder �ber sie sind nutzlos, denn sie bewegen sich immer auf dem selben, falschen Niveau, auf dem Niveau des Homo Ego, oder dem Bild, das den Menschen ins Zentrum aller Betrachtungen stellt. Und dies ist falsch. Meine Motivation, meine moralischen Vorstellungen umzusetzen, Menschen zu helfen, mache ich also von der Zugeh�rigkeit zu einer idealen Gesellschaft abh�ngig, von meiner Vorstellung einer idealen Gesellschaft.
Wie eingangs erwähnt, ist Moral also nicht gleichzusetzen mit Gesetzen, die von Menschen zum Zweck der Erhaltung ihrer Macht und des Status Quo errichtet wurden. Trotzdem erkenne ich an, dass es Gesetze in einer Gesellschaft bedarf, die dumme Menschen begünstigt, um ihnen einen Leitfaden durchs Leben zu reichen und sie gleichzeitig dadurch beherrschbar zu machen. Diese haben daraufhin das einlullende Gefühl, sogar vor sich selbst geschützt zu sein.
Doch Moral tr�gt Beziehungen, denn ohne einen universellen Kodex der Moral, der Normen des Verhaltens gegenüber anderen gibt es keine Beziehungen. In diesem Zusammenhang ist eine Betrachtung des Krieges interessant, wie Menschen, die ansonsten einen inneren moralischen Kodex besitzen, diesen ohne Anstrengung ausser Kraft setzen können, um zu töten. Besitzen sie demzufolge keine Moral und spielen eine Solche im normalen Leben nur?