Allgemein wird Überbevölkerung als die Menge von Menschen empfunden, die mehr Ressourcen verbraucht als erneuert werden können. Was sind Ressourcen? Wasser, Erde, Luft, aber auch Erdöl, Kohle, Sonne oder Urwald und Artenvielfalt oder auch Genialität und Ideenreichtum.
Warum bewahrheiten sich die apokalyptischen Prophezeihungen, wie die von Paul Ehrlich, nicht? Bezug auf die Menschen, Hunger und Krieg. Leider ist der Mensch so intelligent sich nicht direkt zu vernichten. Die Katastrophe wird schleichend kommen, Umweltzerstörung ist kein punktuelles Ereignis.
Wenn allerdings Umweltzerstörung als Massstab genommen wird, dann war die Erde bereits vor 2000 Jahren, als die Römer und die Chinesen ihre Wälder abgeholzt haben, überbevölkert. Doch da lebten erst nicht einmal 100 Millionen Menschen auf diesem Planeten.
Bereits 99% allen Urwaldes in Europa, den USA und China sind vernichtet und zu Kulturland (Feldern und Baumplantagen) degradiert worden. Die Korn-, Gemüse- und Holzproduktion wird als Ressource angesehen, genau so wie Erdöl, Kohle und Erz. Wenn wir recyclen und durch Gentech noch zehn oder hundertmal so viel aus dem Boden pressen, sind diese Ressourcen wahrlich unerschöpflich. Aber darauf kommt es nicht an. Ich messe Überbevölkerung am Prozentsatz der noch ursprünglich belassenen und unberührten Natur, am Erhalt der Artenvielfalt und der Anzahl intakter Ökosysteme. Daran gemessen erträgt die Erde keine Million Menschen, denn sie gebären sich selbst in kleiner Zahl auffällig und zerstörerisch.
Doch es gibt auch Ansätze, die Überbevölkerung einzudämmen. Nicht aus Liebe zur Natur, sondern rein aus ökonomischen Überlegungen. Leider taugt eine halbherzige Ein-Kind-Politik genau so wenig wie die Propagation von Abtreibung und Euthanasie. Auf Proteste gegen den breiten Einsatz stossend, greifen sie alle nicht oder sind sowieso zu wenig effizient angelegt. Die Welt steuert offenen Augen in den Abgrund, doch leider wird dieser nicht erreicht werden. Die Menschheit wird zu überleben wissen. Es liegt noch viel Chaos, Unruhe und Krieg vor uns, doch der eigentliche Verlierer wird die Natur sein. Noch vor Ablauf der 21sten Jahrhunderts wird die Ökosphäre dieses Planeten zu einem Warenhaus an 'nützlichen' Genen verkommen sein, in der es keinen Platz mehr für die Evolution, Schönheit und Vielfalt geben wird. Die Menschheit wird restlos alles vernichtet haben, was Jahrhundertmillionen gebraucht hat sich zu entwickeln, und wird es durch eine hochgezüchtete, massgeschneiderte Nutznatur ersetzt haben. Es wird schleichend kommen, doch schlussendlich ist der Mensch nur daran interessiert, seinen Bauch zu füllen. Also werden alle diese Entwicklung bewusst oder unbewusst hinnehmen.
Betrachten wir einmal den natürlichen Zustand des Menschen in der Evolution. Sein Leben in der Savanne bestimmte der Kampf ums Überleben: jagen, um nicht zu verhungern und rennen, um Jägern zu entkommen. Als sesshafte Bauern hat die Evolution die Menschen ja nicht entwickelt, das kam viel später. Der Mensch hat also als Nomade evolviert und da war es notwendig, nur so viel an Habe zu besitzen, wie man selbst tragen konnte, nur so viel, dass die Menschen damit rennen konnten. Da wäre es einfach tödlich gewesen 10 oder 15 Kinder gross ziehen zu wollen. Also herrschte ein Gleichgewicht des Rennens. Doch als die Menschen sesshafte Bauern wurden, da begann die Bevölkerung zu explodieren. Das ist das Krankhafte an unserer Gesellschaft. Wir haben uns aus dem Gleichgewicht des Rennens gekippt ...
Vor 2000 Jahren hätte sich auch niemand vorstellen können, dass es einmal nicht möglich wäre, wenn eine Sippe mit der Regierung nicht einverstanden war, sie einfach ihr Hab packen und in Wochen oder Monaten der Wanderung ein Gebiet erreichten, das sie besiedeln und fortan ihr eigen und ihre angestammte Heimat nennen konnten. Für die Menschen damals war es unvorstellbar, dass eines Tages alles Land bis zum letzten Quadratzentimeter aufgeteilt sein würde und sie nirgendwo mehr hingehen könnten, ohne sich einer anderen Regierung unterwerfen zu müssen.